Eine Woche in meiner Küche

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Ich lasse euch retrospektiv bei mir in die Töpfe schauen, an Erfolgen und Misserfolgen Anteil haben und teile Rezepte sowie Kochbuchtipps.

Montag
Ich bin spät nach Hause gekommen und esse Restln vom Lamm-Eintopf den der Habib gemacht hat.

Dienstag
…bleibt die Küche kalt und wir gehen griechisch Essen, danach kugeln wir sehr satt und glücklich nach Hause.

Mittwoch
Da ist noch Hendlfilet im Kühlschrank. Ich mache Tandoori-Hendl unter Zuhilfenahme dieses und dieses Rezepts und unter Austauschung diverser Zutaten weil ich nicht dazu in der Lage bin, mich an Rezepte zu halten.

Donnerstag
Keine besonderen Küchenereignisse, aber viel Magenschmerzen, weil ich an einem Süßigkeitenladen vorbeigelaufen bin, der Schichtnougat anbietet. Ich LIEBE Schichtnougat, und als meine Bezugsquelle den Verkauf eingestellt hat habe ich verzweifelt versucht, es mit Supermarktnougat zu substituieren, was mindestens genauso viel Bauchweh, aber um sehr viel weniger Befriedigung der Geschmacksknospen gebracht hat. Also bin ich natürlich in den Laden gestürmt und habe bisschen was (mein Konto weint immer noch) gekauft. Und gegessen. Eine Portion auf dem Weg zur Straßenbahn (3 Minuten), eine Portion im Zug und die „greife ich bestimmt nicht an, das ist Mamas Geburtstagsgeschenk“-Portion als ich im Haus angekommen bin. Mit Portion meine ich jeweils 10 dag. Und mein Magen weint auch immer noch.

Freitag
Ich erhole mich von sehr viel Schichtnougat, und schmiede Banküberfallpläne für den nächsten Großeinkauf. Wo kriegt man eigentlich diese Magenschutztabletten?
Außerdem starte ich ein Experiment: Weil ich noch ein paar Flaschen Holundersirup hier habe, ihn aber nicht trinken mag wenns draußen kalt ist, und genau weiß dass ich es nicht bleiben lassen kann frischen zu machen sobald es draußen warm wird, kam mir die Idee, daraus Essig zu machen. Ob das funktinoiert? Keine Ahnung. Ich habe jetzt mal 3l Holunderblütensirup mit bisschen Reinzuchthefe vermischt und beobachte das Ganze, während ich hoffe dass es mir nicht um die Ohren fliegt.

Samstag
Die neue Eismaschine will eingeweiht werden. Das muss natürlich mit dem Vanilleeisrezept aus dem Eisbuch (The Perfect Scoop: Ice Creams, Sorbets, Granitas, and Sweet Accompaniments*) geschehen. Weil ich ungeduldig bin lasse ich die Vanille nicht über Nacht in der Masse ziehen, dafür hebe ich sie aber auf, um sie nochmal zu benutzen.

1/4 l Vollmilch
1/2 l Schlagobers
150 g Zucker
1 Prise Salz
1 Vanilleschote, ausgekratzt
(meine Version: zusätzlich eine Kardamomkapsel und etwas Safran)
5 sehr große oder 6 große Dotter
Milch und 1/4l Schlagobers mit dem Zucker erhitzen, Gewürze zugeben und über Nacht ziehen lassen. Abseihen, erneut erhitzen und langsam zu den Dottern mischen. Alles zusammen im Wasserbad erneut erhitzen bis es andickt (ich messe mit dem Zuckerthermometer 78°, dann ist es nicht nur angedickt sondern die Salmonellengefahr ist verringert) und zu dem restlichen Schlagobers geben. Gut abkühlen lassen, am Besten über Nacht oder im Eisbad und in der Eismaschine gefrieren lassen.

Mit einem der übrig gebliebenen Eiklar versuche ich, Eisstanizel (= Tüten) herzustellen. Irgendwie bin ich relativ unbegabt darin. Aber hier die Theorie (so entnommen aus diesem Buch: Lomelinos Eis*):

1 Eiklar
30 g Staubzucker
20 g Mehl
ein Schuss Rum (im Original Vanilleextrakt)
15 g geschmolzene Butter
Eiklar mit Zucker leicht aufschlagen, in einer Gusseisenpfanne oder einem Eiswaffel-Waffeleisen auf nicht zu hoher (!) Temperatur goldbraun backen, schnell um ein kegelförmiges Ding wickeln und voilá.

In der Praxis geht es bis zum letzten Schritt eigentlich, sobald man ich verstanden habe, dass die Pfanne nicht Palatschinkenstyle superheiß sein sollte, weil sonst alles verkohlt. Beim letzten Schritt ist zu beachten, dass das noch-nicht-Stanizel sehr heiß ist, und sich nicht mal eben leicht in Kegelform bringen lässt. Da muss ich mir noch was einfallen lassen. Ich habe übrigens dieses kegelförmige Ding: Hofmeister Holzwaren Waffelhorn, aus Buchenholz*.

Weil ich während der Stanizerlherstellung die verunglücken Exemplare leider direkt aufessen musste, hatte ich dann Hunger auf was Pikantes zur Abwechslung. Ich rolle Lammfleischbällchen aus Lammfaschiertem, Minze, Ingwer, Chili, Knoblauch und koche sie in einer Orangen-Tomatensoße. Sehr zu empfehlen!

Sonntag
Die gestern übrig gebliebenen Vanille-Kardamom-Safran-Pampe habe ich abends noch mit Milch aufgegossen und über Nacht ziehen lassen. Heute mache ich Pudding draus. Außerdem esse ich sehr viel Vanilleeis mit der tatsächlich mindestens weltbesten Schokosoße und den formmäßig verunglückten, geschmacklich aber hervorragenden Eisstanizerln.

Beim Frühstück ist mir aufgefallen dass kaum noch Brot da ist, und während ich das arabische Fladenbrot als Begleitung zum Essen sehr zu schätzen weiß brauche ich manchmal morgens einfach so ein richtiges Butterbrot.. Also werfe ich die Küchenmaschine an und knete noch einen Brotteig aus dem Brotbackbuch Nr. 1: Grundlagen und Rezepte für ursprüngliches Brot. Es wird berichtet wenn sich Erfolg einstellt, so lange könnt ihr auch auf dem dazugehörigen Blog nach Rezepten stöbern.

Viel Spaß beim Kochen, und einen gemütlichen ausklingenden Sonntag wünsche ich euch,
bis nächste Woche und passt auf euch auf.

 

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12 Stunden an einem Februartag | 12v12

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Wie letztes Monat auch schon möchte ich heute meinen Tag mit euch teilen. Bilder, Text, Impressionen, eine Art Hybridmischung aus diesem und diesem Online-Event.

Sonntag, 12. Feber 2017

Um 09:00 bin ich aufgestanden und habe mir eine Stunde für meine Morgenroutine Zeit genommen. Hygiene, Haushalt, Frühstückstee und meine To-Do-Liste.
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Um 10:00 ginge es mit dem Wohnungsputz los. Eigentlich stand das schon für gestern auf dem Plan, aber da hatte das Sofa besonders starke Gravitationskraft.. Also heute. Ich freue mich ausnahmsweise sogar aufs Aufwaschen (= nass wischen), weil ich freitags zusammen mit einer Freundin Schmierseife für Parkettböden gemacht habe und diese unbedingt ausprobieren möchte. Meine Kernseife kennt ihr ja schon.

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Ich brauche zwei Stunden zum Putzen und bin danach ganz schön aus der Puste. Das Aufwaschwasser war um einige Nuancen dünkler als beim Aufwaschen mit dem kommerziellen Reiniger, mit der Schmierseife wirds also ordentlich sauber.

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Von 12:00 bis 13:00 gehe ich meine Seifenvorräte durch und schlichte „Bestellungen“ zusammen, schalte die Waschmaschine ein und surfe bisschen im Internet herum während ich mir Brote schmiere. (By the way: Dieses Rezept. Funktioniert im Gegensatz zu vielen auch mit selbstgemahlenem Vollkornmehl. Sollte jemand von euch auch Probleme damit haben gute Rezepte ohne Sauerteig für selbst gemahlenes Mehl zu finden.)

Zwischen 13:00 und 14:00 mache ich mich auf zu meinem Sonntagsspaziergang zum See, bisschen frische Luft schnappen, Eisdecke gucken (trägt nicht mehr, ist aber noch da) und – daran merkt man dass die Periphärie Wiens in manchen Aspekten doch noch Wien ist – im Slalom um auftauende Hundstrümmerl gehen.

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Um 14:00 kommt eine Freundin zum Basteln. Ich verausgabe mich beim Verpacken meiner Seifchen – als würden die Verpackungen nicht sofort in den Mist wandern 😀 Aber immerhin ist es eine gute Hand-Lettering-Übung.

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Um 18:00 macht sich die Freundin unterwegs nach Hause. Ich mache bisschen Haushalt.

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So farbenfrohe Wäsche gibts nur wenn Putzlappen und Handtücher gewaschen werden 😀

Ich koche mir was, (Kürbisnockerln. Langsam reichts. Aber ich hatte noch Kürbispürree im Kühlschrank…) esse und setze mich an den Laptop um diesen Blogbeitrag zu beginnen.

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Rechts hinten übrigens eine meiner aktuellen Lieblingszutaten: Geräuchertes Paprikapulver. Könnte ich mich reinlegen.

Um 20:00 mache ich mich auf den Weg ins Bad. Heute steht Spa-Day auf dem Plan, also brauche ich bis ca 21 Uhr und fühle mich danach wie neu geboren.

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Ich verziehe mich aufs Sofa, lackiere mir noch die Nägel und lese mein Buch (Frauen in Europa: Vom Absolutismus zur Gegenwart) weiter.

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Um 22:30 beginne ich mit meiner Abendroutine, dann gehts aufs Sofa diesen Beitrag fertig tippen und anschließend ins Bett.

Die App „Fabulous“ ist nur zu empfehlen solltet ihr so wie ich Probleme bei der Planung und Ausführung täglicher Aufgaben haben. Sie hat meinen Alltag wirklich erleichtert. Riesen Empfehlung! (Englischer Link, deutscher Link)

Das war mein Tag, ich hoffe ihr hattet auch einen gemütlichen Sonntag! Bis nächste Woche, passt auf euch auf.

Kürbis im Feber?

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Ein Blick in meine Vorratskammer zeigt mir: Ich habe noch einiges aufzubrauchen bevor die neue Saison beginnt. Vor allem schauten mir 5 Hokkaidos und 2 Butternuss-Kürbisse vom untersten Regalbrett entgegen. Ende Jänner. Schluck.
Also nicht dass ich Kürbisse nicht mag. Aber meist habe ich spätestens im November eine Überdosis an Kürbissuppe und möchte das orange Zeug dann erstmal eine Weile nicht mehr sehen.
Jetzt stehe ich bereits in den Startlöchern für den Frühling (auch wenn das Wetter noch nicht mitspielt…) und habe noch weniger Lust auf Kürbis. Also was tun?
Es mussten dringend Zubereitungsarten her, die mich nicht so krass in Herbststimmung versetzen, die idealerweise schnell gehen (Semesterende ist eine stressige Zeit…) und in denen möglichst viel Kürbis verschwindet.

Hier also eine Liste von den zubereiteten Gerichten, vielleicht habt ihr ja auch noch Kürbisse zu verwerten bevor der Bärlauch wieder kommt?

  • Curry mit Kürbisstückchen, Hühnchen und Kokosmilch, getoppt mit gerösteten Erdnüssen (die hatte der Nikolo gebracht und die mussten auch noch weg)
  • Vegane Kürbiscremesuppe mit viel Ingwer, Kaffirlimettenblättern und Kokosmilch
  • Kürbisknöpfle (pürierten Kürbis mit Ei und Mehl zu einem mittelzähen Teig verrühren und durch ein Spätzleblech o.Ä streichen)
  • Kürbisravioli: Kürbis mit selbstgemachtem Ricotta, Nüssen und Gewürzen nach Wahl vermischen, wenn die Masse zu flüssig ist mit etwas Gries binden und in Ravioli füllen. Lässt sich hervorragend einfrieren!
  • Kürbis“gnocchi“: Gut abgetropftes Kürbispürree mit Ei, Gries, Stärke und Gewürzen nach Bedarf vermengen, Nocken abstechen (manche schaffen es angeblich diesen „Teig“ zu rollen so wie echte Gnocchi- ich gehöre da nicht dazu.)
  • Pasta di Zucca: Kürbisstückchen mit Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, mit Weißwein ablöschen und mit Obers verfeinern, nach Bedarf würzen (ich: Muskat, Pfeffer, etwas Rauchsalz und Chili) und etwas einkochen lassen. Zu Pasta servieren.
  • Muffins oder Kuchen mit Kürbispürree im Teig
  • „Pommes“ (Kürbisstifte frittieren)
  • Barbecuesoße (angelehnt an dieses Rezept, mit viel Raucharoma und Chili)
  • Risotto nach diesem Rezept
  • Kürbisfritter mit Orangen-Zimt Rahm: Das habe ich noch nicht ausprobiert, aber mir schwebt ein fluffger Germteig mit Kürbispürree vor, den ich dann frittiere und in Zimtzucker wälze. Mal gucken was dabei rauskommt.

 

Es ist noch ein Butternuss-Kürbis da, ich glaube der gehört meiner Mutter… *pfeifft*
Jetzt kann ich mindestens bis September keinen Kürbis mehr essen, und freue mich um so mehr auf den Bärlauch.

Bis bald, passt auf euch auf.

 

Vogelfutterzapfen: Ein glorreich gescheiterter Versuch.

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Also. In der Theorie klingt dieses Vogelfutter-Machen ja ziemlich einfach.
Fett + Körndl vermischen, in einen Tannenzapfen matschen, aushärten lassen, fertig.
In der Praxis sollte man ich vermutlich auch so ganz einfach Aufgaben nicht angehen, wenn ich sowieso und überhaupt in Matschstimmung bin und zusätzlich noch verkühlt und müde.
Sonst kommt sowas dabei raus. Leider habe ich von dem Ergebnis kein Foto, weil es musste schnell gehen. Aber lasst euch gesagt sein: Es war schwarzverkohlt. Sehr schwarz. Sehr verkohlt.

Aber mal langsam:
Als Vogelfutter kann man, je nach zu versorgender Vogelart, Körner oder Trockenfrüchte benutzen. Hier bekommt ihr mehr Informationen darüber, und auch wie und wo ihr im Laufe des Jahres dieses Futter eventuell sammeln könnt, statt es im Winter zu kaufen (gute Sache!). Hier wird beschrieben, wie man das Futter so zubereiten kann, dass die Vögelchen leicht rankommen: Als Meisenködel, im Tannenzapfen oder im Tontopf.
Ich habe vor ein paar Tagen bei einem Spaziergang einen wunderschönen Tannenzapfen (eigentlich habe ich keine Ahnung von welche Baum der war…) Zapfen gefunden, den ich zu diesem Zweck benutzen wollte. Warum will ich schöne Zapfen unbedingt in Rindertalg tunken und in Körnern wälzen? Keine Ahnung.

Mein Vorgehen war wie folgt, wobei ich mich mehr oder weniger an dieses Video gehalten habe:

  • Rindertalg schmelzen (bzw. auslassen, wenn ihr frischen habt)
  • Körnermischung unterrühren
  • abkühlen lassen
  • Küche beinahe in Brand stecken

Alles in allem nicht zu empfehlen. Was ist passiert? Die Pampe hatte nicht die richtige Konsistenz. Zunächst war sie zu dünn, so dass beim Einfüllen alles daneben ging. Daraufhin stellte ich sie auf den Balkon, wo sie – Überraschung! – sehr fest wurde. Daraufhin stellte ich den Topf auf den Herd um das Ganze wieder aufzuwärmen. Dieses Hin- und Her wurde ein paar Mal wiederholt, so lange dass sich Konzentration und Nerven drastisch reduziert haben. Irgendwann setzte ich mich zwischendurch aufs Sofa, und wie das Sofas so an sich haben (oder ist das nur meines?) vergaß ich daraufhin alles um mich herum, vor allem den Topf am Herd.
Die Rauchmelder habe ich aufgrund meiner Kochkünste schon bei Einzug abmontiert. Erinnert ihr euch noch, dass ich verkühlt war? Die olfaktorischen Warnsignale gingen also auch spurlos an mir vorbei. Irgendwann kam mir das Zimmer komisch nebelig vor, aber das ist bestimmt nur weil es draußen dämmert. Denkste. Schließlich begann der Topf vor Hitze Geräusche zu machen, da hat’s klick gemacht. Ich stürmte zum Herd, aus dem mich eine tiefschwarze Masse aus dem Topf anschaut. Ich stürmte mit dem Topf auf den Balkon, als ich dort den Topf nicht (!) auf den Holztisch gestellt habe (weil ich bin kluk) und kurz unschlüssig rumstand, zog eine riesige Rauchwolke an mir vorbei in den Innenhof. Upsi.

Das wars also mit dem Vogelfutter. Nächstes Mal schmelze ich das Fett, rühre die Körner ein und gieße das in einen Tontopf. Wie so ein vernünftiger Mensch. Was ich dabei dann alles kaputtmache werde ich euch berichten.

Bis nächste Woche, passt auf euch auf! Und bitte vergesst Töpfe auf Herden nicht.

Meine tägliche DIY-Gesichtspflege

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Seit über einem Jahr mache ich, zunächst zaghaft, dann immer selbstbewusster meine eigenen Seifen und Kosmetik.
Obwohl der Beginn schon ein Weilchen her ist, und die ersten Produkte zwar nicht perfekt, aber zum größten Teil durchaus benutzbar waren, habe ich in meinem Badezimmer noch nicht 100% auf DIY umgestellt. Das liegt einerseits daran, dass ich mich nicht stressen möchte – ich mache das schließlich nicht unbedingt aus ideologischen Gründen, sondern primär weil es mir Spaß macht. Andererseits liegt es daran, dass ich trotz fehlender Ideologie kein Interesse daran habe, extra Müll zu produzieren: Das heißt, die gekauften Produkte die im Bad stehen werden erstmal aufgebraucht.
Und das dauert. Und dauert. Und dauert. Erstaunlich lange.

Mittlerweile bin ich bei meiner vorletzten Duschgel-Packung angekommen, mein Shampoo ist schon länger weg, an meiner Zahnpasta hänge ich noch ziemlich und ich habe noch ungefähr drölfzig Tiegel Body Butter/Lotion.
Meine Produkte für das Gesicht sind allerdings alle schon aus, einige schon länger, einige seit kurzem, und mir ist vor kurzem aufgefallen, dass meine Gesichtsroutine mittlerweile nur noch aus DIY-Produkten besteht – inklusive selbstgemachten „Watte“pads! Wenn euch interessiert, welche Produkte ich wie herstelle dann lest hier weiter, aber macht euch vielleicht noch einen Tee, der Beitrag ist nämlich bisschen außer Kontrolle geraten, von der Länge her 😉

Hier also meine selbstgemachten Abschmink- und Pflegeprodukte samt Rezepte/Anleitungen:

Disclaimer: Ich bin keine Chemikerin und kann nicht sagen, ob die Konservierungen bei diesen Produkten ausreichen bzw. wie lange. Am Besten kleine Mengen machen, kühl lagern und schnell verbrauchen! Zur Konsevierung von Naturkosmetik könnt ihr auch hier lesen.

Abschminken

Zu Beginn meiner Kosmetik-DIY Reise habe ich mich mir einen sehr simplen 2-Phasen-Make-up-Entferner zusammengepanscht: Aprikosenkernöl und Rosenwasser in einem Verhältnis von 1:1. Funktioniert ganz gut und riecht himmlisch. Dann bin ich aber über dieses Rezept von humblebee&me gestolpert (Website auf Englisch), und wollte unbedingt etwas bisschen Komplexeres ausprobieren, etwas, das ich nicht vor jedem Gebrauch schütteln muss.

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Also habe ich mich daran gemacht, Maries Rezept nachzubasteln. So wie das halt so ist, hatte ich dieses nicht im Haus, wollte jenes lieber durch etwas anderes ersetzen und… so habe ich mein eigenes Rezept notiert, das aber sehr stark ans Original angelehnt ist. Und Rosenwasser musste natürlich auch wieder mit hinein. Außerdem habe ich die Mengen angepasst weil ich immer noch keine Feinwaage habe, und nur in 5g-Schritten wiegen kann.

Für die Wasserphase:
40 ml Aloe Vera-Saft (Bioladen oder große Supermarktketten)
30 ml Rosenwasser (das günstigste gibt’s im Asialaden)
3 EL Glycerin

Für die Fettphase:
10 g Mandelöl
5 g Jojobaöl
5 g Kakaobutter
2 g Lamecreme (oder ein anderer Emulgator)

Zusätzlich:
1 ml Vitamin E
20 Tr Grapefruitsamenextrakt

Die festen Fette inkl. der Lamecreme schmelzen und die flüssigen dazugeben. Die Wasserphase erwärmen und das Gycerin darin auflösen. Beide Phasen auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und die Wasser- langsam zur Fettphase geben, während ihr die beiden mit dem Pürierstab vermengt. Am Ende noch das Vitamin E und das Grapefruitsamenextrakt von Hand unterrühren. Abfüllen und mit dem Abschminken loslegen! Ich gebe keine Duftstoffe dazu, weil ich diesen Make-Up-Entferner vor allem an meinen Augen verwende, das Rosenwasser gibt dem Ganzen aber einen wunderbaren Duft.

Waschen

Nicht lange nachdem ich meine erste Seife gesiedet habe, habe ich von Salzseifen gehört. Sie sollen geradezu magische Eigenschaften haben, vor allem für die Gesichtspflege. Das musste ich natürlich probieren!

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Aus dem Seifentopf ist mir schließlich eine Salz- und Soleseife mit hawaiianischem Vulkansalz entsprungen. Das Vulkansalz gibt leider nur eine gaaaanz leichte Graufärbung, eher würde ich die Seife sogar als grünlich bezeichnen. Abgefüllt habe ich sie in Silikon-Muffinförmchen, so haben sie die ideale Form um sie in der Hand zu halten und mit einem kleinen Schwämmchen aufzuschäumen. (Salzseifen schäumen ohne Hilfe tendenziell eher spärlich, weil das Salz die Schaumbildung behindert.)

44 % Rapsöl
35 % Rindertalg
8 % Lanolin
8 % Traubenkernöl
5 % Sheabutter

20 % der Flüssigkeitsmenge Salz in die Lauge
50 % der Gestamtfettmenge Salz in Leim (gut einrühren!)
Unterlaugung beträgt 8 %

Mein Fazit? Ich möchte sie nicht mehr missen! Täglich abends wasche ich mir mein Gesicht in der Dusche mit dem salzigen Schaum. Ich hatte anfangs Angst dass die Seife zu austrocknend wirkt, aber das ist überhaupt nicht der Fall. Auch einige Freundinnen und Freunde konnte ich schon begeistern.

Pflegen

Nach dem Waschen mit meiner Gesichtsseife und dem Abspülen des Schaums pflege ich noch mit einem Toner nach. Dieses Rezept habe ich aus dem Kosmetikbuch „the glow“. Zur dazugehörenden Website gehts hier entlang. In die nächste Charge mache ich eventuell noch einen Schuss Räuberessig rein, um die eventuelle Reste der basischen Seife auszugleichen, sonst finde ich dieses Rezept perfekt, meist muss ich danach nicht mal unbedingt ein Öl oder eine Creme verwenden!

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Auch hier habe ich das Rezept minimal abgeändert:

90 ml Hamameliswasser
20 ml Aloe-Vera-Saft
5 ml Gycerin
10 Tropfen D-Panthenol
1 Spritzer Grapefruitkernextrakt
3 Tropfen Teebaumöl

 

Abschminkpads

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Da ich mit der Nähmaschine aufs Kriegsfuß stehe, war meine Mutter so nett, mir Abschminkpads zu nähen. Eine Seite besteht aus Flanell (zum Abschminken der Augen), eine aus Frottee. Eingefasst wurde das Ganze mit einem Schrägband, das muss für die Funktionalität jedoch nicht sein. Ich liebe das Abschminken mit dem Flanell, das ist noch sanfter als die gekauften Wattepads! Mit dem Frotteestoff wasche ich mir mit warmen Wasser das Gesicht, das ersetzt ein Peeling und regt die Durchblutung an.

Koffeinserum

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Morgens trage ich nach dem Waschen noch etwas Serum auf die saubere Haut auf. Dazu verteile ich einige Tropfen auf meinen Handflächen und massiere sie sanft ein. In dem Fläschchen ist ein Auszug von Kaffeebohnen in Jojobaöl – einfach und doch sehr effektiv, und es duftet herrlich. Mein Magen verträgt frühmorgens leider keinen Kaffee, aber mit diesem Serum im Gesicht begleitet mich der Duft zumindest!
Dazu habe ich einfach ein paar Kaffeebohnen in Jojobaöl eingelegt und abgedeckt etwa eine Woche stehen gelassen. Nach dem Abfiltern ist das Öl sofort verwendbar! Ihr könnte natürlich auch jedes andere Öl nehmen dass ihr gut vertragt (Mandelöl oder Nachkerzenöl zum Beispiel) und auch Verschiedenstes darin einlegen, so wie zum Beispiel Rosenblüten, Lavendel… Mehr über Ölauszüge könnt ihr hier erfahren.
Ich habe mich für Kaffee entschieden weil mir der Duft morgens so einen kleinen Aufwach-Kick gibt und das Koffein angeblich auch aktivierend auf die Haut wirkt. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das in dieser Menge korrekt ist, aber in diesem Fall ist eine Volksweisheit mal nicht fehl am Platz: „Nutzt’s nix, schod’s nix.“.

Vielleicht seid ihr ja jetzt motiviert, in dem Fall viel Freude beim Nachrühren!
Bis nächste Woche, passt auf euch auf.

Jännerblues: Gartenplanung

Letztens habe ich die letzte Portion Bärlauch aufgetaut und mir damit Nockerln gemacht. Obwohl das eher ein Winteressen war (viel Zwiebel. viel Käse. viel Pfeffer. – ok zugegeben, das passt immer), habe ich schon Frühlingsgefühle bekommen. Schmetterlinge Bärlauch im Bauch halt. Obwohl der Garten im Moment noch in eine Schneedecke eingepackt ist, habe ich zumindest schon auf dem Papier die Planung begonnen.

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Da diese die erste Saison ist, die ich von Anfang an im Garten begleite, habe ich einerseits so viel Handelsfreiheit – sowohl zeit- als auch raummäßig- wie noch nie, andererseits aber auch sehr viel Unsicherheit: Ich habe mich noch nie ganz alleine um einen Garten gekümmert, immer nur ein paar Beete mitbenutzt.

Ich habe im Herbst eine kleine Fläche abgedeckt, umgegraben und gemulcht, auf der ich Gemüse anbauen will und eine noch kleinere Fläche für Zier- sowie hübsch blühende Nutzpflanzen. Auf der Gemüsefläche sind bereits Knoblauch und angeblich winterharte Zwiebeln unter der Erde, außerdem auch zwei Rhabarberpflanzen die ich im Herbst gesetzt habe.
Im Blumenbeet sind bis jetzt Sonnenhut, Lavendel, Salbei, Eisenkraut und Pfingstrosen, wobei sich herausstellen wird, ob letztere immer noch beleidigt sind vom Versetzen, oder ob sie sich erholen.

Da ich noch nicht weiß, wie viel Zeit ich in der Saison im Garten verbringen werde und wie viel in der Stadt, werde ich die Beete vorerst noch nicht ausweiten und mit dem vorhandenen Platz arbeiten.

Im Blumenbeet habe ich keine großen Dinge vor, ich schaue, wie sich die Pflänzchen entwickeln und setze je nach Platz noch ein paar weitere. Auf jeden Fall kommen aber Ringelblumen dazu. Ursprünglich hätte ich im Herbst auch gerne meine Frühlings-Blumen-Zwiebel verbuddelt, aber das Sackerl mit ebendiesen ist spurlos verschwunden. (Ich schwöre hoch und heilig, ich habe alles abgesucht. All-es. Vielleicht habe ich sie verbuddelt ohne mich daran zu erinnern? In diesem Fall freu ich mich im März. Aber ich befürchte hoffe, dass ich noch nicht ganz so senil bin.)

Im Gemüsebeet möchte ich auf jeden Fall noch zwei-drei Reihen Zwiebel und Erdäpfel setzen. Außerdem Paradeiser, Bohnen, Mangold und hoffentlich Erbsen.

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Salat, Radieschen und Gurken kommen auf die Terrasse in große Tröge, die ich nach Bedarf abdecken kann.

Und auf den Kukuruz freu ich mich am meisten. Am allermeisten. Und wenn da auch noch Popcorn dabei rauskommt… Ich bekomm Herzerlaugen. Bisschen. Eventuell.

Sonst steht im Garten vor dem Saisonbeginn auf jeden Fall noch der Obstbaumschnitt an (ich habe das noch nie gemacht! Große Aufregung. Ich hoffe ich tu den süßen Bäumchen nicht weh!).

Baulich muss sich auch einiges verändern, ich möchte gerne ein Hochbeet nahe am Haus bauen, und die Obstbäumchen die an der Gartenmauer stehen möchten ihr Spalier bekommen.
An zwei Stellen muss ich Gestrüpp entfernen, an einer Stelle Gestrüpp pflanzen und wenn es sich ausgeht wird auch der Platz vor dem Komposthaufen endlich gepflastert, die Steine stehen schon seit Sommer bereit.

Es ist viel zu tun, ich freu mich schon!
Machts gut, bis nächste Woche.

#12v12?

Ich wollte die längste Zeit schon mal bei #12v12 auf Instagram mitmachen, aber hab mich dann irgendwie doch nie getraut, meinen Feed mit bestimmt-nicht-nur-schönen-Bildern vollzuspammen. Dann habe ich diesen Blog hier gemacht und wollte beim Tagebuchbloggen am 5. mitmachen. Aber nur Text, so ganz ohne Bilder…?
Schlussendlich mache ich eine Hybridmischung aus den beiden Onlineevents und zeige euch hier 12 Stunden meines heutigen Tages anhand von Bildern und bisschen Text.

Donnerstag, 12. Jänner 2017

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Mein erster freier Tag seit langem, das erste Mal ausschlafen in diesem Jahr! Ich nutze das natürlich ordentlich aus, schlafe bis zehn, kugle bis elf im Bett herum und lese das Internet leer.

 

 

 

 

Zwischen elf und zwölf mache ich mich fertig, mir einen Tee und finde raus was für heute so ansteht. Nach dem 20170112_114102Gesichtwaschen verwende ich Kaffeeauszug in Jojobaöl. Wie das duftet!

Ein Blick aus dem Fenster zeigt recht schnell was ansteht: Schneeschaufeln. Also dick anziehen und raus.

 

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Um eins kommt mein Bruderherz mit einem Anhänger voller Holz. Wir schlichten das Holz ein und erledigen noch ein paar Dinge im Garten sowie auf den Grundstücken von meinem Bruder und Onkel (Schneeschaufeln!!). Die Sonne strahlt mit aller Kraft und der Schnee schmilzt von den Bäumen.20170112_132141

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Am Nachmittag bin ich unterwegs nach Wien…

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… um ein Paket von der Post zu holen und noch schnell unter die Dusche zu hüpfen bevor ich Besuch bekomme. Außerdem muss ich im Vorzimmer (so wie jeden Tag bei diesem Wetter…) aufwaschen, da der Schnee, der Streu und das Salz die mit den Winterschuhen reingetragen werden sonst eine sehr unansehliche Pampe im Eingangsbereich abgeben.

 

 

20170112_173909 Um fünf kommt meine Freundin und wir basteln.

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Als wir Hunger bekommen mache ich Mac and Cheese – spontan, denn eigentlich hatte ich Marillenknödel geplant. Aber da ich bis zu diesem Zeitpunkt nur eine Tafel Schokolade intus hatte, gelüstete mich nach etwas Herzhaftem.

Meine Freundin verabschiedet sich um acht. Ich forme meine Kräuterpeeling Seife aus. Es ist die glatteste, seidigste Seife die ich jemals gemacht habe! Das Rezept ist eine Abwandlung meines „lokal Superstar“ Rezepts, in dem ich nur mit regionalen Fetten arbeite und ich kann das Anwaschen kaum erwarten. Beduftet ist sie mit Thymian und Pfefferminz ÄÖ, ziemlich intensiv, aber ich gehe davon aus, dass in der ersten Wochen der Lagerung der Duft noch verfliegt.

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Ich setze mich an meine Tagesplanung und war so im Schwung, dass ich dann sogar noch mein neues Bullet Journal begonnen habe. Ich freu mich hiermit schon sehr auf Feber und darauf es anzufangen, im Moment bin ich noch in meinem „Probebuch“ und mache einen Probe-Bullet-Journal-Monat.

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Um halb elf backe ich noch schnell den übrigen Fladenteig der sich seit Dienstag im Kühlschrank geduldet zu Fladen und friere diese ein. Ich putze die Küche und beginne, meine Taschen für morgen zu packen, meine Abendroutine zu machen und diesen Blogbeitrag zu schreiben. Und jetzt ist höchste Zeit fürs Bettchen, morgen ist ein langer Tag und eigentlich sollte ich #inbedbymidnight sein. Halb eins gilt doch noch als „by midnight“, oder?

 

 

Bis nächste Woche, passt auf euch auf!