Essig selber machen | Quittenessig und Apfelessig

Die Quitten sind, wie bereits erwähnt, die letzten Früchte, die ich im Jahr verarbeite. Und ich verarbeite sie restlos. Das bereitet mir absurde Freude, fast als hätte ich einen Büffel erlegt und verarbeite alles von Fleisch bis Leder. Quitten liefern natürlich weder Fleisch noch Leder, aber ich mache aus ihnen unter anderem Quittengelee, Quittenkäse und aus den Resten eben Essig. Reste sind hier vor allem Kerngehäuse und Schalen, also das was beim Quittenkäse machen, aber auch z.B. bei der Herstellung von Quittenkompott übrig bleibt. Bevor diese „Restln“ auf den Komposthaufen wandern, werden sie bei mir verwendet, um Essig zu machen.
Wie das genau funktioniert möchte ich euch hier näher beschreiben. Nicht nur aus Quitten lässt sich aber so Essig herstellen sondern auch aus Äpfeln. Andere Obstsorten habe ich noch nicht ausprobiert, aber ich möchte im kommenden Jahr zumindest auch versuchen, Essig nach dieser Art auch aus Weintrauben herzustellen.

 

 

Ich habe bei weitem keine Fachkenntnisse über die Prozesse, aber stark zusammengefasst spielt sich folgendes ab:
Zucker wird durch Gärung zu Alkohol, dieser wird durch Essigbakterien zu Essig.
Das mag zunächst bisschen einschüchternd wirken, aber diese Prozesse laufen ziemlich problemlos in einem Gurkenglas in eurer Küche ab wenn ihr das mögt – ganz ohne dass ihr viel dazu beitragen müsstet.

Ihr braucht

Reste von der Verarbeitung von Quitten oder Äpfeln (Kerngehäuse, Schalen)
Ein großes Glas
Wasser
Kaffeefilter, sauberer Feinstrumpf o. Ä. zum Verschließen

Zunächst wollen wir also etwas Gären lassen: Dazu werden die Obstreste ins Glas gefüllt und das Ganze mit Wasser aufgefüllt. Wenn es etwas schneller gehen soll, könnt ihr auch noch bisschen Zucker zufügen. Wichtig ist es jetzt, das Glas nicht luftdicht abzuschließen, da es euch sonst in ein paar Tagen um die Ohren fliegt, aber doch so gut zu verschließen, dass keine Obstfliegen darankommen. Ich lege dazu einen Kaffeefilter über die Glasöffnung und sichere ihn mit einem Gummiringerl. Jetzt braucht eure Pampe Zimmertemperatur, Licht und Zeit. Ab und zu (täglich ein Mal) solltet ihr das Ganze umrühren, damit die Schalen an der Oberfläche nicht zu schimmeln beginnen. Je nach der Zimmertemperatur und dem Zuckergehalt eures Obsts geht die Gärung schneller oder langsamer voran, nach einer Woche sollte sich jedoch bereits weißer Schaum an der Oberfläche gebildet haben – ein Zeichen dafür dass die Gärung in Gang ist. Außerdem sollte ein leicht alkoholischer Geruch erkennbar sein.

Sobald sich kein neuer Schaum mehr bildet ist es Zeit für Schritt 2. Ihr könnt die Flüssigkeit jetzt durch ein sauberes Mulltuch oder ein feinmaschiges Sieb filtern. Die Obstreste haben jetzt endgültig ausgedient und dürfen auf dem Komposthaufen die Regenwürmer betrunken machen. Die Flüssigkeit kommt zurück in ein sauberes Glas, das jetzt leicht verschlossen werden darf und dunkel bei (idealerweise) 21-27° gelagert.
Nun, so sagen mir die Großeltern diverser Bekannten, muss man die Flüssigkeit 40 Tage lang vollkommen in Ruhe lassen. Ab und zu dürft ihr aber ruhig nach dem Essig schauen. Wenn alles gut geht seht ihr, wie sich an der Oberfläche glibbrige Schlieren bilden, die sich später zu einer großen Scheibe verbinden sollten – das ist die Essigmutter – die Bakterien, die den Alkohol in Essig umwandeln. Sobald die Scheibe nicht mehr an der Oberfläche schwimmt sondern absinkt könnt ihr den Essig erneut abseihen und jetzt in saubere Flaschen abfüllen.

DSC_0984
Hier seht ihr meinen Apfelessig aus dem letzten Jahr, er schmeckt wunderbar mild und hat eine tolle klare Farbe.

Ich hoffe ich konnte das Ganze gut beschreiben, vielleicht habt ihr ja noch ein paar Quitten oder Äpfel gelagert – probiert beim nächsten Verarbeitungsschub einfach mal aus, bevor die Reste in den Müll wandern.

Alles Liebe und bis bald!

P.S.: Die Essigmutter könnt ihr in bisschen Essig in einem Schraubglas einige Wochen aufbewahren. Sollte in nächster Zeit ein Wein drohen, sauer zu werden so könnt ihr ihm direkt nachhelfen indem ihr die Essigmutter in ihm einlegt und so Weinessig herstellt.

P.P.S.:
Zum Weiterlesen über Essigherstellung könnt ihr gerne die folgenden Links besuchen:
1) http://kurt.gegenbauer.org/themen/essig_1x1.htm
2) http://www.alles-essig.de/selber-machen/apfelessig.html
3) http://www.monika-web.de/hp_essig/apfelessig.htmlhttp://www.monika-web.de/hp_essig/apfelessig.html
4) http://www.monika-web.de/hp_essig/apfelessig_anleitung.html

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s